Manuskript

Damit das Manuskript gut lesbar ist, haben wir kleinere grammatikalische Ungenauigkeiten korrigiert und grammatikalische Fehler in eckigen Klammern kommentiert.

SPRECHER:
Münster in Westfalen: Der St.-Paulus-Dom und das Rathaus mit seinem Friedenssaal sind bekannte Wahrzeichen der Stadt. Münster ist aber auch bekannt für seine vielen Studenten. Und für die zahlreichen Fahrradfahrer. Viele Einwohner der Stadt sind politisch engagiert – wie Bernd Drücke, der in einem alternativen Wohnprojekt lebt.

NICHOLE:
Hallo, ich bin die Nichole. Und Sie?

BERND DRÜCKE:
Ich bin der Bernd.

NICHOLE:
Und was haben wir hier überhaupt? [Anmerkung: Der richtige Ausdruck wäre: Und was ist das hier überhaupt?]

BERND DRÜCKE:
Ein Wohnprojekt, wo 60 Leute wohnen.

NICHOLE:
60?

BERND DRÜCKE:
Und hier wohnen eher arme Leute und Leute, die aber im Dorf anders leben wollen, viele Künstler, viele Aktivisten und so. Also, ich habe hier einen Umschlag gekriegt, den soll ich euch überreichen.

AUFGABE
Gestaltet die Titelseite der Zeitung „Graswurzelrevolution“. Redakteur Bernd muss mit eurer Arbeit zufrieden sein.

ERIC:
Was ist eigentlich eine „Graswurzelrevolution“?

NICHOLE:
Das ist das hier, diese Zeitung.

BERND DRÜCKE:
Genau. Dann könnt ihr das hier als Vorlage nehmen. Dass ihr das dann praktisch neu gestaltet, dass ihr da neue Bilder drauf klebt, was praktisch eine Darstellung des Projekts ist. Dann würde ich sagen, gehen wir mal ein bisschen rund , okay?

SPRECHER:
Mal sehen, was das Wohnprojekt zu bieten hat .

BERND DRÜCKE:
Gunnar kommt nämlich eigentlich aus Rostock und hat schon zu DDR-Zeiten … Also, da gab es „DRITTE WAHL“ schon in Deutschland und war schon eigentlich eine Kult -Punk-Band, würde ich sagen.

NICHOLE:
Und die Lieder, haben die so einen politischen Grund, oder die Wörter?

GUNNAR SCHRÖDER:
Ja, wir haben so viele politische Songs auch, so aus dem linken Spektrum natürlich.

ALMUDENA:
Kannst du ein bisschen für uns spielen?

SPRECHER:
Punkmusik gefällt den dreien, aber was gibt’s noch?

BERND DRÜCKE:
Andy Strauss ist auch recht bekannt, ist auch ein ziemlich erfolgreicher Poetry-Slammer , also, der lebt auch davon. Andy, altes Haus! Na, wie geht’s?

NICHOLE:
Hallo. Reim in Flammen, der charmanteste Poetry-Slam ! Ist das Singen oder Sagen, oder was macht man da beim Poetry-Slam?

ANDY STRAUSS:
Ich habe ein sehr kurzes, das könnte ich kurz vortragen:
Ich kaufe ein O, stelle es in den Schrank, nenne ihn Schronk.
Ein A fällt heraus, ich hebe es auf, stecke es in die Hosentasche, nenne sie Hasentasche und habe wieder ein O zu viel.
Beim nächsten Feuerwerk werde ich es in die Luft werfen, um meinen Jubel kundzutun . Oooooooooo!
So was zum Beispiel.

SPRECHER:
Zum Abschluss zeigt Bernd ihnen das Blockheizkraftwerk, das sich im Keller des Hauses befindet – das Wohnprojekt produziert nämlich seinen eigenen Strom.

BERND DRÜCKE:
Das Blockheizkraftwerk haben wir von unserem Verein zur Erhaltung preiswerten Wohnraums praktisch gekauft, so als Mietkauf sozusagen. Und das heißt, den Strom, den wir hier produzieren, der ist also viel, viel günstiger, als wenn du jetzt irgendwo Strom kaufen würdest. Nachteil ist natürlich, mit 60 Leuten ist man relativ eng aufeinander, und natürlich gibt es auch Konflikte , und die müssen natürlich auch immer gelöst werden. Also, das ist manchmal sehr anstrengend, aber ich glaub, ein viel besseres Wohnen als hier kann ich mir nicht vorstellen. Also, ich glaube schon, dass es etwas ganz anderes ist, als wenn man isoliert alleine im Hochhaus wohnt, keiner kennt keinen, und im Fahrstuhl ist jeder lieber alleine oder so. Also, hier ist schon auch eine Gemeinschaft , die, wenn es darauf ankommt, an einem Strick zieht . Ja, dann habt ihr ja im Prinzip alles gesehen. Und wenn ihr wollt, könnt ihr ja einfach den Flyer umsetzen. Frohes Schaffen!

NICHOLE:
Dann fangen wir an. Also, ich würde so eine gebrochene Waffe als Baum zeichnen vielleicht, dann ist das so etwas Ökologisches und dann ist das auch gegen Waffen.

SPRECHER:
Eric, Nichole und Almudena machen sich jetzt ihre eigenen Gedanken zum Thema
„alternatives Leben“. Aber werden ihre Ergebnisse Redakteur Bernd überzeugen?

ERIC:
Bernd? Wir sind fertig.

BERND DRÜCKE:
Ah, oh. Toll!

ERIC:
Ich habe versucht, etwas über Antirassismus und Asylbewerber zu machen. Sie denken, dass Heimat ist, wo sie dann leben. Also, Heimat ist, wo ich bin.

NICHOLE:
Also, ich habe einfach etwas geklaut . Ihr habt die gebrochenen Waffen schon gehabt, und ich habe es einfach als Baum gezeichnet.

ALMUDENA:
Und bei mir gibt es die drei Menschen, die wir kennengelernt haben.

BERND DRÜCKE:
Sehr schön! Super!

ALMUDENA:
Gut gemacht? Also haben wir das Ticket gekriegt?

BERND DRÜCKE:
Ja, das habt ihr toll gemacht. Super! Ihr habt die Aufgabe erfüllt.

SPRECHER:
Damit führt Team Nord wieder mit 6:5.

NICHOLE:
Ich finde es typisch Deutschland, dass man auf die Umwelt aufpasst. Aber ich finde es nicht so typisch, dass man mit so vielen anderen an einem Ort lebt. Aber hier ist das irgendwie alles gemischt , und das finde ich schon etwas anderes.

Manuskript