Manuskript

JOJO:
Hallo, ich bin Jojo. Und Sie sind Lotta?

NORA:
Charlotte, dit is meine Tochter. Sie hat sich verspätet, wie immer. Ick  kiek mir die Wohnung schon mal an. Ja und? Wo is dit Zimmer?

JOJO:
Es ist das Eckzimmer da vorne, mit schönen großen Fenstern.

PHILIPP:
Zum Glück zieht die nicht hier ein.

REZA:
Wenn die Tochter nach der Mutter kommt ...

JOJO:
Die Möbel hat der Vormieter dringelassen. Die können übernommen werden, falls Sie oder Ihre Tochter das wünschen.

NORA:
Auf keinen Fall! Das Zimmer kommt ohnehin nicht in Frage. Vielen Dank!

LOTTA:
Also, ich nehm das Zimmer. Falls ihr mich überhaupt als Mitbewohnerin wollt.

NORA:
Kind, das geht doch nicht. Also schau dich doch mal um hier! Die Straße, die ist viel zu laut, dit Zimmer ist doch viel zu kleen. Man kann sich ja jarnich richtig bewegen. Und dann überall dieser Staub! Du weißt, dass ich allergisch bin.

LOTTA:
Mama, du musst ja hier auch nicht einziehen. Und überhaupt wäre es nett gewesen, hättest du auf mich gewartet.

NORA:
Es zieht hier. Ich spüre dit janz jenau. Und die Miete, wie hoch ist eigentlich die Miete?

JOJO:
Wow, du studierst Modedesign?

LOTTA:
Das ist vor allem stressig. Ich muss in vier Wochen meine Semesterarbeit abgeben und ich bin noch nicht sehr weit gekommen. So 'ne Wohnungssuche nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch.


JOJO:
Ja, das kenne ich. Und ich suche dringend einen Nebenjob. Die Miete hier ist viel höher als die in der alten Wohnung. Aber es ist so schwer, etwas zu finden.

PHILIPP:
Vielleicht kann ich dir da helfen? Mein Kumpel sucht gerade jemanden für seinen Laden. Und er schuldet mir noch 'nen Gefallen.

REZA:
Siehst du? Das ist typisch Kölscher Klüngel! So schnell lösen sich Probleme in Luft auf. Die Wohnungssuche kannst du jedenfalls abhaken. Lotta, herzlich willkommen in der WG!

NORA:
Wir müssen den Vertrag noch prüfen. Charlotte Kind, wir jehn. Ick habe noch 'nen Termin bei Doktor Yilmaz.

JOJO:
Oh, dank Philipp habe ich ein Vorstellungsgespräch im Weißen Holunder. Eine typische Kölsch-Kneipe soll das sein. Ich und kellnern! Nein, ich glaub auch nicht, dass ich das gut kann. Ah Moment, eine Mail vom Dekanat.
Wie  bereits  angekündigt müssen alle Studierenden des dritten Semesters ein Pflichtpraktikum im Bereich Grafikdesign absolvieren. Für die Auswahl eines geeigneten Praktikumsplatzes sind die Studierenden selbst zuständig. Das zweimonatige Praktikum ist zum Ende der Semesterferien abzuschließen.

REZA:
Und?

MARK:
Also hier ist alles richtig eingesteckt.

REZA:
Gibt's doch nicht!

JOJO:
Scheiße! Ich brauch bis nächste Woche einen Praktikumsplatz!

MARK:
Jaja … Hier guck mal …


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