Langsam gesprochene Nachrichten

25.04.2022 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Emmanuel Macron bleibt französischer Präsident

Der proeuropäische liberale Politiker Emmanuel Macron hat sich in der Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich klar gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Marine Le Pen durchgesetzt. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt der Amtsinhaber auf 58,5 Prozent der Stimmen, seine Herausforderin auf 41,5. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 74 Prozent. Politiker in Europa reagierten erleichtert auf den Wahlausgang und gratulierten. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einem starken Bekenntnis der Macron-Wähler zu Europa. Er freue sich, die gute Zusammenarbeit fortzusetzen.
 

US-Minister Blinken und Austin in Kiew

US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weitere Militärhilfe in Höhe von 322 Millionen Dollar zugesagt. Damit werde insbesondere der Kampf der Ukraine im Donbass unterstützt, sagte ein Beamter des US-Außenministeriums. Außerdem kündigten Blinken und Austin bei ihrem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine schrittweise Rückkehr von US-Diplomaten in die Ukraine an. Aus Sicherheitsgründen war der Besuch der beiden Minister erst nach ihrer Abreise bestätigt worden.
 

Russische Angreifer beschießen Asow-Stahlwerk in Mariupol

Das von russischen Truppen belagerte Stahlwerk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol liegt nach ukrainischen Angaben unter Dauerbeschuss. Es werde mit Bomben und Artillerie angegriffen, schrieb Präsidentenberater Mychajlo Podoljak auf Twitter. Auf dem Gelände haben sich Hunderte von ukrainischen Kämpfern und Zivilisten verschanzt. Die ukrainische Regierung bot Russland nochmals Verhandlungen über einen Austausch von Militärs an. In Krywyj Rih, der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, bereiten sich die Streitkräfte auf einen Angriff russischer Truppen vor. Die Stadt nördlich von Cherson gilt als wichtiges Industriezentrum.
 

Polit-Neuling Golob gewinnt Wahl in Slowenien

Die neue liberale Partei des früheren Managers Robert Golob hat die Parlamentswahl in Slowenien gewonnen. Seine Freiheitsbewegung (GS) kommt nach Auszählung fast aller Stimmen auf 34 Prozent, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Wahlverlierer ist der rechtsnationale Regierungschef Janez Jansa. Seine Partei SDS erzielte 24 Prozent der Stimmen. Golob kann für eine Regierungsbildung mit der Unterstützung von mehreren Mitte-Links-Parteien rechnen. Der 55-jährige Quereinsteiger hatte die Wahl als "Referendum über die Demokratie in Slowenien" bezeichnet.
 

Globale Militärausgaben laut SIPRI auf Rekordhoch

Die weltweiten Militärausgaben sind nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm erstmals über die Marke von zwei Billionen Dollar gestiegen. Am stärksten haben 2021 die USA, China, Indien, Großbritannien und Russland aufgerüstet. Die fünf Länder kommen zusammen auf 62 Prozent der globalen Ausgaben, wobei der größte Anteil mit 38 Prozent auf die USA entfällt, gefolgt von China mit 14 Prozent. Russland erhöhte die Investitionen in seine Streitkräfte um 2,9 Prozent. Laut SIPRI wurde das durch hohe Einnahmen bei Öl und Gas begünstigt.
 

Nicaragua beendet Zusammenarbeit mit OAS

Die linke autoritäre Regierung Nicaraguas hat sich aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zurückgezogen. Das OAS-Büro in der Hauptstadt Managua wurde geschlossen, wie es in einer Erklärung heißt. Staatschef Daniel Ortega hatte im November 2021 den Austritt Nicaraguas aus dem Bündnis angekündigt, in dem die meisten Länder Nord- und Südamerikas Mitglied sind. Er war verärgert darüber, dass die Organisation wie ein Großteil der internationalen Gemeinschaft seine Wiederwahl für eine vierte Amtszeit als Präsident nicht anerkannt hatte.
 

Viele Todesopfer bei Gewalt in Darfur

Bei schweren Zusammenstößen in der sudanesischen Krisenregion Darfur sind nach Angaben von Hilfsorganisationen mindestens 168 Menschen getötet und 98 verletzt worden. Die Gewalt war am Freitag ausgebrochen, als bewaffnete Kämpfer arabischer Stämme Dörfer der Massalit angriffen, einer ethnischen afrikanischen Minderheit. Die Angriffe erfolgten in der Region Krink. Beobachter machten die Dschandschawid-Miliz hierfür verantwortlich. Ihre Mitglieder hätten in den vergangenen Wochen in Darfur bereits zahlreiche Menschen getötet, Häuser in Brand gesetzt und geplündert.