Manuskript

Der schwierige Kampf gegen Umweltkriminalität

Umweltverbrechen zerstören die Natur auf der ganzen Welt. Die Täter sind gut organisiert, werden selten bestraft und machen hohe Gewinne. Ermittler wünschen sich, mehr gegen sie unternehmen zu können.


Es ist illegal und doch geschieht es jeden Tag, überall auf der Welt: Stoffe werden in Luft, Wasser und Boden eingeleitet, Wälder abgeholzt, wilde Tiere verkauft oder Müll in der Natur entsorgt. Umweltkriminalität ist ein großes Problem – auch für Menschen, so Sasa Braun. Der Umweltermittler bei der internationalen Polizeibehörde Interpol sagt, dass zum Beispiel auf illegalen Fischfangflotten Seeleute ins Wasser geworfen wurden, nur damit sie nicht bezahlt werden mussten.

Für die Taten verantwortlich sind oft international organisierte Kartelle, die in manchen Ländern inzwischen ganze Bereiche wie den Holzhandel oder die Müllentsorgung kontrollieren. Daran verdienen sie wahrscheinlich zwischen 110 und 280 Milliarden US-Dollar im Jahr „Die Brutalität und die Gewinnspannen im Bereich Umweltkriminalität sind kaum vorstellbar“, sagt Braun.

Anders als der Mensch kann die Natur sich nicht beschweren. Daher wird man auf sehr viele Umweltverbrechen überhaupt nicht aufmerksam. „Sie werden nur dann aufgedeckt, wenn bewusst und gezielt Kontrollen durchgeführt werden“, so Moritz Klose von der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF).

Außerdem werden Umweltverbrecher bisher kaum verurteilt oder sie bekommen nur geringe Strafen. „Oft wird es noch als Bagatelldelikt gesehen und nicht als Verbrechen an unserer Zukunft“, meint Sasa Braun. Er wünscht sich deshalb, dass die Polizei bei ihren Ermittlungen zu Umweltverbrechen dieselben Möglichkeiten hat wie bei anderen schweren Straftaten auch. Dazu gehört für ihn zum Beispiel, dass die Täter abgehört und observiert werden können.


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