Manuskript

Endlich wieder zur Uni

Nach eineinhalb Jahren Online-Unterricht öffnen die Universitäten in Deutschland wieder ihre Pforten. Für internationale Studierende ist das besonders wichtig, damit sie vor Ort Kontakte knüpfen können.

 

„Ich hatte ganz vergessen, wie es ist, unter Leute zu kommen“, erzählt Elena Silvestre nach ihrem ersten Kneipenbesuch in Deutschland. In ihrer spanischen Heimatstadt Valencia hatte die Astronomie-Studentin von zu Hause aus studiert – und lange keine Bar mehr besucht. Jetzt ist sie für ein Auslandssemester von Valencia nach Bonn gezogen.

Denn nach drei Semestern Online-Unterricht kehrt an deutschen Universitäten langsam wieder Normalität ein. Knapp drei Millionen Studierende haben in Deutschland wegen der Corona-Pandemie zu Hause gesessen und gelernt. Jetzt freuen sich alle darauf, endlich wieder zur Uni gehen zu können.

Besonders die rund 320.000 ausländischen Studentinnen und Studenten, die in Deutschland leben, können es wohl kaum erwarten. „Die internationalen Studierenden saßen während der Pandemie lange Zeit in einem fremden Land nur vor ihrem Bildschirm und haben niemanden kennengelernt“, sagt Isabelle Kappus vom Deutschen Studentenwerk. Die Studierendenwerke der Hochschulen versuchten zwar, der Einsamkeit vieler Studierenden mit kreativen Online-Angeboten entgegenzuwirken, aber das konnte nicht den persönlichen Kontakt vor Ort ersetzen.

Die deutschen Hochschulen blicken optimistisch auf das Wintersemester – wegen einer hohen Impfquote unter Studierenden und neuer staatlichen Regelungen. Auch Astronomie-Studentin Elena Silvestre wird ihre Kurse vor Ort besuchen. „Was mich genau erwarten wird, weiß ich nicht. Gerade kann sich alles ändern, zum Beispiel wenn es eine neue Welle in der Pandemie gibt.“ Jetzt freut sie sich aber erst mal auf die Uni - und darauf, dass sie abends wieder ausgehen kann.


Manuskript