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Kritik an der britischen Monarchie

Nach dem Tod von Elizabeth II. ist ihr Sohn Charles König von Großbritannien und Nordirland. Doch es gibt auch Briten, die keine teure Monarchie mehr haben wollen – vor allem nicht während einer Wirtschaftskrise.

Seit 1952 war sie Königin, nun trauert das Vereinigte Königreich um Elizabeth II.: Zehntausende Menschen legten vor dem Buckingham Palace Blumen ab und warteten geduldig, um den Sarg der verstorbenen Queen zu sehen. Ihr Sohn Charles folgte ihr automatisch auf den Thron – und die Nationalhymne heißt ab jetzt „God Save the King“. Die meisten Briten unterstützen den neuen König, doch es gibt auch Kritik.

Denn laut einer Umfrage wollen 22 Prozent der Menschen die Monarchie nach dem Tod Elizabeths abschaffen – unter den jungen Leuten sind es noch mehr. Besonders das hohe Vermögen des Königshauses sorgt in Zeiten von Krise und Inflation für Protest. Der neue König Charles III. erbt nämlich über 300 Millionen Pfund von seiner Mutter – steuerfrei. Dazu kommen noch mehrere Schlösser, Schmuckstücke und Kunstschätze. „Warum erlauben wir einer Familie, so reich und mächtig zu sein, während andere Leute es wirklich schwer haben?", fragt Anwalt Paul Powlesland.

Die wenigen Menschen, die öffentlich gegen die Monarchie protestieren, sehen ihre Meinungsfreiheit in Gefahr. Als Charles zum König ausgerufen wurde, stellte sich Powlesland vor das Parlamentsgebäude und hielt einen leeren Zettel hoch. Nach wenigen Minuten drohte ihm ein Polizist mit Verhaftung, wenn er etwas gegen die Monarchie auf den Zettel schreiben sollte. Ein Mann in Schottland wurde sogar tatsächlich verhaftet, nachdem er Charles zurief: „Wer hat Sie gewählt?“

Doch die Diskussion um den Sinn der Monarchie lässt sich wohl nicht verhindern – nicht nur im Vereinigten Königreich. Charles ist nämlich auch König von 15 weiteren Commonwealth-Staaten wie etwa Kanada, Jamaika oder Australien. Der Inselstaat Antigua und Barbuda hat sofort nach Elizabeths Tod ein Referendum zur Abschaffung der Monarchie angekündigt. Andere Länder könnten diesem Beispiel folgen.


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