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Koschere Kamelle am Rosenmontag

Der Rosenmontag ist der Höhepunkt des Karnevals. Dann fahren Karnevalsumzüge durch die Straßen und Süßigkeiten werden in die Menge geworfen. Die jüdische Gemeinde in Düsseldorf ist zum ersten Mal mit einem Wagen dabei.


Es ist wieder so weit: Der Straßenkarneval hat begonnen. Der Rosenmontagsumzug ist der Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“, wie der Karneval auch genannt wird. Die großen Umzüge in Düsseldorf, Köln und Mainz werden im Fernsehen gezeigt. Die sogenannten Motto-Wagen, die sich über Politik und Gesellschaft lustig machen, fahren dann durch die Straßen und werfen Kamelle in die Menge. Die Menschen antworten je nach Stadt mit „Alaaf“ oder „Helau“.

Auf diesen Moment arbeiten die Karnevalisten Monate lang hin – auch Michael Szentei-Heise, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Sie ist zum ersten Mal mit einem Wagen dabei. Die Gemeinde hat 15.000 Euro für die Finanzierung gesammelt, Kostüme organisiert und sogar eine ganze Tonne Süßigkeiten aus Israel bestellt – koschere Kamelle natürlich.

Ihren Wagen ziert Heinrich Heine – einer der berühmtesten Dichter Deutschlands, geboren in Düsseldorf. Heine war Jude, aber er konvertierte später zum evangelischen Glauben. „Die Stadt Düsseldorf hatte in der Vergangenheit schon ein großes Problem damit, dass er ein Jude war. Aber wir Juden haben ja auch Probleme damit, dass er konvertiert ist“, sagt Szentei-Heise lachend. Im Karneval gehört es unbedingt dazu, auch sich selbst ein bisschen auf die Schippe zu nehmen.

Nicht alles an Karneval ist lustig: Für die jüdische Gemeinde wird es besondere Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen geben. „Das sind Dinge, die andere Karnevalistengruppen nicht machen müssen“, sagt der Gemeindevorsitzende. Laut Szentei-Heise gab es in letzter Zeit mehrere antisemitische Vorfälle. „Das hat uns schon ziemlich beunruhigt“, sagt Szentei-Heise. Gerade deshalb will er mit dem Karnevalswagen ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

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