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Manuskript

Wer waren die Aufseherinnen in Hitlers Lagern?

Sie waren meistens jung, dem NS-Regime treu und brutal – die Aufseherinnen in Konzentrationslagern wurden in Ravensbrück auf ihre Arbeit vorbereitet. Die Ausstellung „Im Gefolge der SS“ dokumentiert ihre Geschichten.

Bis zum letzten Tag ihres Lebens hat sie keine Reue gezeigt. Maria Mandl war 36, als sie 1948 in Krakau als Kriegsverbrecherin zum Tode verurteilt und erhängt wurde. „Man konnte an dem Lager absolut nichts Schlechtes finden“, sagte die frühere Aufseherin des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück noch kurz vor ihrem Tod. Sie war dem NS-Regime besonders treu – und besonders brutal.
Die Geschichte der Österreicherin Maria Mandl ist jetzt in einer neuen Ausstellung über KZ-Aufseherinnen dokumentiert. Unter dem Namen „Im Gefolge der SS“ ist seit August 2020 die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte Ravensbrück geöffnet. Die KZ-Aufseherinnen waren Hitlers mörderischer Eliteeinheit SS unterstellt – daher der Name der Ausstellung. In dem Lager in der Nähe von Berlin wurden mehr als 3300 Aufseherinnen auf ihre Arbeit – auch in anderen Lagern – vorbereitet.
Nicht alle von ihnen haben wie Maria Mandl ihre Arbeit aus Überzeugung gemacht. Manche kamen zu ihrem Job durch eine Zeitungsanzeige, in der stand, dass sie „freie Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung“ bekommen. Für viele war das ein Grund, sich zu melden. Waltraut G. war die Älteste von fünf Geschwistern und entschied sich, wie sie später sagte, aus finanziellen Gründen für diese Arbeit. Auch Anna G. fand die Arbeit im KZ „attraktiver“ als „hirnlose“ Arbeit in einer Fabrik.
Nur wenige Aufseherinnen haben sich offenbar geweigert, ihre Arbeit zu machen.
Negative Konsequenzen hatte das für sie meist nicht. Wenig zu befürchten hatten aber auch die Aufseherinnen, die ihren Job fleißig erledigten. Todesurteile wie das gegen Maria Mandl oder lange Gefängnisstrafen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Ausnahme.

Viele Aufseherinnen …

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