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Manuskript

E-Zigaretten: Gesünder oder gefährlicher als Tabak?

Sie schmecken süß und gelten als gesündere Alternative zu Tabak: E-Zigaretten. Doch während der Umsatz in einigen Ländern rapide steigt, sind E-Zigaretten in anderen Ländern verboten. Ärzte warnen: Die langfristigen Folgen für die Gesundheit sind noch nicht erforscht.

 

REPORTERIN:
Das war mein erstes Mal E-Zigarette – und ich als Nichtraucherin muss sagen: Sie hat gar nicht mal so schlecht geschmeckt, nach Mango nämlich. Die Frage, die ich mir stelle, ist: Sind E-Zigaretten wirklich gesünder als herkömmliche Zigaretten? Und wie sieht die wirtschaftliche Lage weltweit aus?

SPRECHERIN:
Die Werbung nimmt den Mund ziemlich voll. Rauchen ohne Risiko scheint da möglich. Und das Marketing geht auf. In den letzten Jahren nahm der Konsum rapide zu. Allein in Deutschland verfünffachte sich der Umsatz von 80 Millionen Euro im Jahr 2012 auf etwa 550 Millionen Euro im Jahr 2018. Ab 2019 gingen die Zahlen zurück. Der Grund: In den USA und Kanada starben Dutzende Menschen, nachdem sie E-Zigaretten konsumiert hatten. Nach den Todesfällen geriet die Branche unter Druck. 

MICHAL DOBRAJC (Geschäftsführer Verband des E-Zigarettenhandels):
Das heißt, es gab teilweise wirklich Einbrüche von 50, 60, 70 Prozent bei den einzelnen Einzelhändlern aufgrund eben dieser Verunsicherung.

SPRECHERIN:
Doch Studien der US-Behörden zufolge war der Hauptgrund für die Todesfälle, dass Verbraucher ihre E-Zigaretten mit THC-haltigen Ölen streckten – sogenannte E-Joints. Die Verunsicherung blieb. Dennoch ist der globale Markt weiterhin profitabel. Vom Umsatz sind die USA weltweiter Spitzenreiter in diesem Jahr, gefolgt von Großbritannien. In Deutschland liegt die Prognose bei rund 870 Millionen Euro. Doch in 41 Ländern ist der Verkauf verboten, darunter Brasilien, die Türkei und Indien. Hier müssen Menschen sogar bis zu einem Jahr ins Gefängnis, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen. Mit ihrer Entscheidung wolle die Regierung besonders junge Menschen schützen. Die indischen E-Zigaretten-Raucher, auch Vaper genannt, können die Entscheidung allerdings nicht verstehen. 

SAMRAT CHOWDHERY (Gründer vom Verband der Vaper Indien):
Mit Vaping habe ich es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Und dann, als ich aufhörte, waren die Vorteile groß. Ich hatte meine Ausdauer zurück. Meine Gesundheit wurde besser, und ich konnte wieder besser schmecken.

SPRECHERIN:
Ärzte warnen davor, E-Zigaretten zu verharmlosen.

PANKAJ CHATURVEDI (Onkologe):
Zu sagen, dass E-Zigaretten ungefährlicher sind als normale Zigaretten, ist eine irreführende Information, gefördert durch die E-Zigaretten-Lobby.

SPRECHERIN:
Eine Lobby, die der Onkologe seit Jahren kritisiert. Aber sind E-Zigaretten wirklich so gefährlich, dass man sie verbieten muss? Ich spreche mit Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

KATRIN SCHALLER (Deutsches Krebsforschungszentrum):
Es sind auf jeden Fall deutlich weniger Schadstoffe in dem Aerosol enthalten, als in Tabakrauch enthalten sind. Das ist auch kein Kunststück, Tabakrauch ist ja schließlich ein Gemisch von Tausenden von Substanzen.

SPRECHERIN:
Das Problem: Gesundheitliche Langzeitfolgen sind noch nicht erforscht.

KATRIN SCHALLER:
Entscheidend ist aber tatsächlich: Was passiert langfristig, wenn ich diese Produkte täglich mehrfach und wiederholt und über Monate und Jahre hinweg nutze? Und das weiß man im Moment eben noch nicht. 

SPRECHERIN:
Fest steht: Vor allem bei jungen Menschen besteht die Gefahr, dass süße Geschmacksrichtungen zum Konsum verleiten. Und so verschärft auch Deutschland künftig die Gesetze. Die Bundesregierung legte fest: Ab 2021 darf online nicht mehr für E-Zigaretten geworben werden. Händler befürchten große Umsatzeinbußen für die gesamte Branche.

MICHAL DOBRAJC:
Und ab 2024 ist auch Außenwerbung verboten. Das heißt: Plakatwerbung, Litfaßsäulen und so weiter. Und das halten wir für einen großen Fehler.

SPRECHERIN:
E-Zigaretten zu vermarkten, wird weltweit also immer schwieriger. Und ob sie gesünder sind als herkömmliche Zigaretten, ist noch nicht ganz klar.

REPORTERIN:
Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten fehlen noch. Tatsache ist aber: Sie hinterlassen keine Zigarettenstummel auf dem Boden. Für mich ist die E-Zigarette aber keine Option. Ich bleibe lieber Nichtraucherin. 

Was kann man rauchen?
Was untersucht und behandelt ein Onkologe?

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