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Manuskript

Ein Stück Japan in Düsseldorf

Die Gegend um die Immermannstraße in Düsseldorf wird auch „Little Tokyo“ genannt. Es gibt eine große japanische Community, japanische Geschäfte und Restaurants. Mittendrin liegt die Buchhandlung Takagi, die Inhaberin Yurie Takagi in zweiter Generation führt.
 

SPRECHERIN:
Auf den ersten Blick könnte man meinen, das sei Tokio. Aber in Wirklichkeit sind wir im westdeutschen Düsseldorf, der Heimat der drittgrößten japanischen Gemeinde in Europa. Auf einer einzigen Straße gibt es japanische Supermärkte, Ramen-Restaurants, Bäckereien und eine japanische Buchhandlung, die älter ist als das Internet.

YURIE TAKAGI (Geschäftsführerin Takagi-Buchhandlung):
Mein Name ist Yurie Takagi. Ich bin die Geschäftsführerin dieser Buchhandlung. Diese Buchhandlung wurde 1974 von meinen Eltern eröffnet. Wir waren seinerzeit die erste japanische Buchhandlung in Europa.

SPRECHERIN:
Yuries Eltern kamen in den 1960er-Jahren nach Deutschland. Sie verteilten Zeitungen für die japanische Gemeinde in Düsseldorf. Zu dieser Zeit waren Bücher und Zeitungen eine der wenigen Möglichkeiten für die Exil-Japanerinnen und -Japaner, mit ihrer Heimat in Verbindung zu bleiben.

YURIE TAKAGI:
Also, in meiner Kindheit gab es noch nicht diese Möglichkeiten, japanisches Fernsehen über Satellit zu schauen oder im Internet zu schauen. Die einzige Möglichkeit, sich mit Japan auseinanderzusetzen, war … waren die Bücher.

SPRECHERIN:
Da Yurie quasi in dem Buchladen aufwuchs, wurde sie zum begeisterten Manga-Fan.

YURIE TAKAGI:
Ich glaube, ich habe eher bei meiner Mutter hinten im Büro heimlich gelesen.

SPRECHERIN:
Damals waren im Vergleich zu heute nur wenige Menschen in Europa an der japanischen Kultur interessiert.

YURIE TAKAGI:
Als meine Eltern die Buchhandlung gegründet haben, war halt das Hauptklientel die japanische Community gewesen. Mittlerweile hat sich das gewandelt, und wir haben viel internationales Publikum.

SPRECHERIN:
Heute reisen Menschen aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland an, um diesen Teil Düsseldorfs zu besuchen, der als Little Tokyo bekannt ist.

KUNDIN 1:
Wir sind eigentlich zum ersten Mal hier, weil wir hier Urlaub machen und uns Little Tokyo einmal ansehen wollten. Ich wollte schon immer mal nach Japan, und hierherzukommen, ist wie ein kleiner Vorgeschmack, weil man von japanischer Kultur, japanischen Geschäften und japanischem Essen umgeben ist. Es ist einfach sehr interessant.

KUNDIN 2:
Ich war schon sehr oft hier. Also, ich bin schon seit über zehn, 15 Jahren … Also, ich habe früher meine Mangas hier geholt, japanische Fashion-Magazine bestellt und ich bin mit Mangas und Animes groß geworden und, ja, es ist auf jeden Fall Teil meiner Kindheit, Jugend.

KUNDIN 3:
Ich habe jetzt nichts Spezifisches gesucht, aber ich mag das Buch sehr gerne, das ist aus meiner Kindheit. Und ich habe für meine Kinder Malbücher geholt. Ich habe sehr viel „Sailor Moon“ und „Dragon Ball“ geschaut und alles und, ja, 2016 waren wir auch in Japan. Und deswegen mag ich die Immermannstraße sehr gerne, weil das ist halt so ein Stück Japan in Deutschland.

YURIE TAKAGI:
Wir freuen uns sehr, ein Teil von Little Tokyo sein zu dürfen, und freuen uns halt auch, eine Brücke zwischen Deutschland und Japan bilden zu dürfen.

SPRECHERIN:
Aber ist es in der heutigen Zeit zukunftssicher, eine Buchhandlung zu betreiben? Yurie jedenfalls glaubt an die Macht der Printmedien.

YURIE TAKAGI:
Ich hoffe, dass es nicht verloren geht, weil das ist ein sehr, sehr wichtiges Medium. Ich würde mir wirklich mehr wünschen, dass die jungen Leute noch mehr sich mit dem Medium Buch auseinandersetzen. Und ich hoffe, dass wir auch noch weiter bestehen bleiben können.

SPRECHERIN:
Bislang hat die Takagi-Buchhandlung keine finanziellen Probleme und wird regelmäßig von vielen Buchliebhabern besucht. Yurie selbst kommt heutzutage kaum noch zum Lesen. Aber das bedeutet, dass die kulturelle Brücke, die sie bauen wollte, stabil ist.

Was passt wo?
  1. In Düsseldorf leben viele Menschen, deren Familien aus Japan kommen. Es gibt eine große japanische medium.
  2. Manche ziehen nur für einige Jahre nach Deutschland, andere, die sogenannten medium-Japanerinnen und -Japaner, leben dauerhaft hier.
  3. In Deutschland interessieren sich viele Menschen für die japanische Kultur, weil sie zum Beispiel gern medium, japanische Comics, lesen.
  4. Man kann sie auf Deutsch, Englisch oder Japanisch in der medium „Takagi Books and more“ kaufen.
  5. Dort gibt es auch noch andere medium wie Zeitschriften, Magazine oder Malbücher.

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