Ost und West: aufgewachsen in Einheit?
Deutschland ist seit 35 Jahren wiedervereinigt. Noch immer gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. Und diese betreffen auch junge Menschen. Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser erklärt, welche Gründe es dafür gibt.
Elisabeth Kaiser wurde 1987 im ostdeutschen Gera geboren, als Deutschland noch geteilt war. Zwei Jahre später fiel die Mauer. Ab 1990 gab es die DDR nicht mehr. Heute ist Kaiser Ostbeauftragte der Bundesregierung. In ihrem Jahresbericht stellt sie vor, wie jüngere Menschen das vereinte Deutschland erleben. Laut Kaiser ist der Osten „für junge Menschen mehr als eine Himmelsrichtung“. Während sich junge Menschen in Westdeutschland nur selten als „westdeutsch“ beschreiben, „identifizieren sich junge Ostdeutsche weitaus häufiger als Ossis“.
Zwar wachsen die jungen Menschen im selben Land auf, aber ihre Lebenswirklichkeit unterscheidet sich. Zum Beispiel sind die Einkommen im Osten von Deutschland im Durchschnitt niedriger als im Westen. Viele Menschen sind dort auf Sozialleistungen angewiesen. Junge Menschen im Osten können sich deshalb seltener auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern verlassen als junge Menschen im Westen. Und das beeinflusst ihre Biografien.
Benachteiligt werden junge Menschen im Osten auch, weil Vermögen in Deutschland vor allem durch Erbschaft weitergegeben wird, sagt Kaiser. Laut Statistischem Bundesamt musste 2024 im Westen vererbtes oder verschenktes Vermögen im Wert von insgesamt 106 Milliarden Euro versteuert werden. Im Osten von Deutschland waren es weniger als sieben Milliarden Euro.
Kaiser sagt aber auch, dass es positive Entwicklungen gibt: Zahlreiche Start-ups wurden gegründet, und beim Ausbau erneuerbarer Energien ist der Osten von Deutschland Vorreiter. Trotzdem sagt Kaiser, dass dies nicht reicht, um den Rückstand gegenüber dem Westen auszugleichen. Das liegt auch daran, dass in den ostdeutschen Bundesländern immer mehr ältere Menschen leben. Denn viele, vor allem jüngere Menschen, ziehen weg. Seit 1990 haben etwa zwei Millionen Menschen den Osten von Deutschland verlassen.
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Manuskript
- Elisabeth Kaiser ist in der DDR geboren. Heute ist sie die Ostbeauftragte der medium.
- Ihr Jahresbericht zeigt, dass das Leben junger Menschen im Osten und Westen von Deutschland auch nach 35 Jahren Deutscher medium noch unterschiedlich ist.
- Der Alltag und die medium vieler junger Menschen im Osten unterscheidet sich vom Leben im Westen.
- In ostdeutschen Bundesländern sind die Einkommen durchschnittlich niedriger. Viele Menschen benötigen medium vom Staat.
- Im Osten haben weniger Menschen so viel Geld, dass sie ihren Kindern nach ihrem Tod ein medium vererben können.