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Die Tafeln: Helfer brauchen Hilfe

Für immer mehr Menschen in Deutschland sind die Tafeln ein Anlaufpunkt, um sich günstig mit Lebensmitteln zu versorgen – besonders seit dem Ukraine-Krieg. Nun kommen viele Tafeln an ihre Grenzen.


Es sind Orte, an denen Ehrenamtliche Lebensmittel an Bedürftige verteilen: die Tafeln. Mehr als 970 von ihnen gibt es in Deutschland. Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet. Wer mit Dokumenten zeigen kann, dass er oder sie bedürftig ist, kann Hilfe von den Tafeln bekommen. Doch die Hilfsorganisationen kämpfen mit immer mehr Problemen.

Die Tafeln finanzieren sich allein aus Geld- und Lebensmittel-Spenden. Doch die werden von Jahr zu Jahr knapper. Supermärkte zum Beispiel haben durch bessere Planung immer weniger Lebensmittel übrig, die sie an Tafeln spenden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die zu den Tafeln kommen.

„Für mich ist es wegen der hohen Lebensmittelpreise immer schwieriger geworden, mit meinem Sohn über die Runden zu kommen“, erklärt die alleinerziehende Mutter Denise Lauer, die vor der Tafel in Berlin-Köpenick wartet. Die Preise für Lebensmittel sind 2023 im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent gestiegen. Einen Korb mit Lebensmitteln bekommt sie hier für 1,50 Euro.

Auch der Ukraine-Krieg hat Folgen für die Organisationen. Viele Tafeln haben seit Beginn des Kriegs doppelt so viele Kunden. Manche von ihnen können keine weiteren Kunden aufnehmen oder reduzieren die Lebensmittel pro Kunde. „Die Tafeln können nicht auffangen, was der Staat nicht schafft“, sagt der neue Vorsitzende des Bundesverbandes der Tafeln Andreas Steppuhn. Er fordert finanzielle Unterstützung vom Staat, damit die Tafeln weiterarbeiten können.

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