Psychische Erkrankungen nach Krieg und Gewalt
Wenn wir belastende Erfahrungen machen, versucht unser Gehirn, diese zu verarbeiten. Aber bei mehreren schlimmen Ereignissen funktioniert das nicht immer. Dann kann daraus eine posttraumatische Belastungsstörung werden.
Manche Menschen machen in ihrem Leben schreckliche Erfahrungen: Dazu gehören etwa Gewalt, Hunger oder Krieg. Schon ein einzelnes belastendes Erlebnis ist oft nicht leicht zu verarbeiten. Wer solchen Situationen aber auf Dauer ausgesetzt ist, kann psychisch erkranken. Menschen können zum Beispiel Angststörungen, Depressionen oder auch eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) dadurch entwickeln.
Zwei Expertinnen für psychische Gesundheit wissen, wie und wann eine PTBS entsteht: So entwickeln Betroffene laut Psychologin Dana Churbaji die Störung nicht in der belastenden Situation selbst oder kurz danach – im Gegenteil: „Wenn das Gehirn versucht, mit der Vergangenheit Schluss zu machen – dann kommt die PTBS-Symptomatik.“ Und Rita Rosner, Psychotherapeutin und Professorin an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, erklärt: „Mit jedem Ereignis, das dazukommt, werden Angst, Depression und eine posttraumatische Belastungsstörung wahrscheinlicher.“
Ein Symptom der PTBS sind sogenannte Flashbacks: Das sind Erinnerungen, die so deutlich sind, als ob man die belastenden Situationen noch einmal erlebt. Außerdem kann man bei Betroffenen eine veränderte Wahrnehmung feststellen, „wenn es darum geht, wie sicher die Welt ist, und wie die Menschen über ihr eigenes Leben denken", so Churbaji. Manche Betroffene können sich nicht mehr richtig konzentrieren, leiden unter Schlafstörungen oder haben sogar körperliche Schmerzen – vor allem dann, wenn sie nicht offen über ihre psychische Erkrankung sprechen können.
Belastungsstörungen werden meist mit psychologischen Einzel- oder Gruppentherapien behandelt. Aber auch speziell ausgebildete Vertrauenspersonen können Betroffene unterstützen. Doch: „Man kann nicht davon ausgehen, dass das Geschehene ungeschehen gemacht wird“, so Churbaji. Aber viele Menschen „können wieder ein erfülltes Leben führen.“